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Im Licht der langen Tage

Details
9. Tag: Paradisviken – Sandhamn / Lökholmen 15,4 sm

In der Nacht vollzieht sich der angekündigte Wetterwechsel, und als wir frisch erholt aufwachen, rüttelt der Wind kräftig am Rigg. Auch die Temperaturen sind merklich gefallen und der Himmel zeigt sich bedeckt im schlichten Grau. Bevor wir weiterziehen können, müssen wir noch unseren Anker befreien. Denn gestern hatten wir im klaren Wasser entdeckt, dass die Ankerleine der neben uns liegenden Motoryacht sich quer über unsere gelegt hatte. Unsere Aktivitäten locken auch die nachbarlichen Crews aus den Salons, um unser Tun genau zu beobachten. Nach geglücktem Manöver sind wir frei.

Wir wenden uns nun wieder Richtung Süden. Kräftiger Wind schiebt uns recht flott durch Västerfjärd und Kanholmsfjärden zum engen Fahrwasser nach Sandhamn. Während wir unseren Kurs nach Osten wenden, kommt uns eine Armada von Schwedischen Freizeitseglern und Motorbootfahrern entgegen, dass unser Schiff nur so schaukelt und uns Angst und Bange wird. Ferienende und Schlechtwetter treiben die Leute nach Hause.

Wir fragen uns indessen, ob es bei diesem Wetter eine gute Idee ist, den doch etwas exponierten königlichen Yachthafen anzulaufen. Der Gästehafen von Sandhamn zeigt sich dann tatsächlich wenig einladend, die Yachten zerren an den Festmachern und springen im kalten Wind. Wir weichen zur anderen Seite, nach Lökholmen aus und finden einen kleinen beschaulichen Hafen, geschützt und malerisch gelegen.

Ein kleines Shuttleboot bringt uns kostenlos in den bekannten Seeort, welcher trotz des unfreundlichen Wetters sehr charmant wirkt. Etwas ausgefroren kehren wir am Abend zurück und genießen die Hitze im kleinen Saunahäuschen, mitten im Wald und mit Blick auf das Meer.

10. Tag: Sandhamn – Gällnö / Västerholmen 16,2 sm

RanöDie Rückfahrt durch die Enge gestaltet sich ohne den beängstigenden Gegenverkehr wesentlich einfacher und so setzen wir gleich die Segel und meistern dieses Stück bei immer noch starkem Wind problemlos. Langsam müssen auch wir Richtung Hauptstadt aufbrechen. Nach flottem Segeln auf halben Wind erreichen wir am Nachmittag Gällnö und nach langer Suche nach einem windgeschützten Platz für die Nacht, ankern wir auf 10 Meter im hintersten Teil von Västersholmen. Wir wollen zu einer Wanderung über die Insel, zum Ort Gällnö. Dafür heißt es erst einmal kräftig paddeln, denn die nächste Anlegestelle ist ein schönes Stück entfernt. Wir finden ein reizendes kleines Bauerndorf, welches sich seine Ursprünglichkeit gut bewahrt hat. Vor einem kleinen Lokal auf Holzbänken sitzend, stärken wir uns mit Apfel-Walnusskuchen und Kaffee. Die Umgebung erinnert uns an eine steirische Almlandschaft, wenn da nicht anstatt der Berge das Meer vor uns läge.

11. Tag: Gällnö – Vaxholm 17,4 sm

Der Morgen zeigt sich nach verregneter Nacht nur mäßig freundlich, so starten wir bald. Mit 3 Beaufort haben wir den passenden Wind, um gefahrlos zwischen den Inseln auch außerhalb der betonten Fahrwasser zu segeln. Wir schauen noch kurz bei Grinda vorbei und machen am Nachmittag in Vaxholm fest. Beim Einlaufen bestaunt unser Enkelsohn mit großen Augen die imposante Festungsanlage, den lebhaften Schiffsverkehr und die kreuzenden Autofähren. Meine Begeisterung ist weniger groß, denn nur mühsam kann ich durch dieses Wirrwarr zum Hafen steuern. Im fast leeren Gästehafen werden wir beim Anlegen vom starken Schwell und Seitenwind behindert, auch der aufmerksam das Anlegemanöver der Autofähre beobachtende Enkelsohn ist nicht gerade hilfreich und ich vermisse erstmals die hilfreiche Hand eines kroatischen Marineros. Denn hier gibt es überraschend Muringleinen und wir legen unser Schiff bequem mit dem Heck zum Steg. Wie unüblich dies in Schweden ist, sehen wir an den ratlosen Blicken der nach uns einlaufenden Crews. Vaxholm ist eine hübsche Stadt, die Burg lohnt einen Besuch und es gibt ausgezeichnete Versorgungsmöglichkeiten.

12. Tag: Vaxholm – Stockholm / Wasahamnen 11,6 sm

Der Wind hat sich ausgeblasen, heute herrscht totale Flaute, dafür sind die Temperaturen wieder angenehm warm. Wir motoren entlang dem Hauptfahrwasser Richtung Stockholm. Zunehmende Bebauung, Industrie und Verkehr erinnern uns schmerzlich daran, dass dieser Törn sich seinem Ende nähert. Das Schärenleben hat uns gefallen, gerne würden wir noch länger weiterfahren. Als sich dann die prächtige Kulisse der Stockholmer Altstadt vor uns auftut, verfliegt jedoch die Schwermut recht schnell und wir freuen uns auf die Stadt. Wasahamnen, der Gasthafen direkt im Zentrum, neben dem Wasamuseum auf Djurgarden gelegen, ist ein perfekter Ausgangsort für Entdeckungstouren durch Schwedens Hauptstadt.Stockholm

Am Nachmittag bummeln wir entlang dem Strandvägen, Stockholms Prachtstraße, und bestaunen die alten Segelschiffe und die eleganten Stadtpaläste. Nach der Einsamkeit und Ruhe der letzten Tage sind wir vom Touristentrubel dieser lebendigen Stadt überwältigt und so flüchten wir uns bald in den ruhigen Gästehafen zurück auf unser Schiff, wo wir gemütlich italienischen Espresso trinkend die letzten Strahlen der warmen Nachmittagssonne genießen. Nach beinahe 2 Wochen Fisch und Gemüse wollen wir heute Abend ein Elch- oder Renntiersteak verkosten. Leider müssen wir feststellen, dass derzeit keine Elchsaison ist und so muss diese Erfahrung auf ein andermal verschoben werden.

13. Tag: Stockholm

Alexander freut sich schon sehr auf die berühmte Wasa, darum verbringen wir fast den ganzen Vormittag im Museum. Stockholms Altstadt „Gamla Stan“ erreichen wir dann bequem mit dem Linienboot. Heute fällt es schon leicht sich inmitten der bunten Besucherschar durch die hübschen Gassen treiben zu lassen oder beschaulich an einem kleinen Platz zu verweilen und bei frischen Heidelbeerkuchen und leckerem Eis die Stadt zu genießen. Im Fartygsmagasinet, einer Fundgrube für nautische Antiquitäten, fühlen wir uns in die Zeit der großen Rahsegler zurückversetzt und würden nur zu gerne eines der ausgestellten zauberhaften und detailgetreuen Segelschiffmodelle mit nach Hause nehmen. Letztendlich entscheiden wir uns dann doch, das Geld besser für einen neuerlichen Törn durch Schwedens Schärenwelt zu sparen.

14. Tag: Stockholm – Saltsjä / Duvnäs 9,2 sm

Heute ist der letzte Tag unserer Reise. Bevor es zurück zur Charterbasis geht, drehen wir noch eine Ehrenrunde mit unserem Schiff durch Stockholms Hafengewässer. Während wir begeistert jede Menge Erinnerungsfotos von der eindrucksvollen Kulisse, vom Königspalast und einem nicht weniger majestätischen Gaffelschoner knipsen, werden auch wir Motiv für die vielen Touristen in den zahlreichen Ausflugsbooten. Schweren Herzens verlassen wir die Stadt und nehmen uns fest vor wieder zu kommen, nicht nur wegen des Elchsteaks.

Zwei wundervolle Wochen voller bewegender Eindrücke liegen hinter uns. Der Törn hat sich wesentlich unkomplizierter gezeigt als erwartet. Diese märchenhafte Inselwelt mit ihrer Fülle an Möglichkeiten, die klare Seeluft, das erstaunlich milde, überwiegend sonnige Wetter und nicht zuletzt die immer freundlichen und hilfsbereiten Schweden haben uns täglich aufs Neue fasziniert und begeistert.

Infos zum Abschluß:

Charterbasis: Morningside Marina / Sailmarine

Kleine Marina, sehr einfach, unkompliziert

Infos über Yachtcarter in Schweden: www.yachtcharter-sweden.com

Kostenfreies Kartenmaterial: http://kartor.eniro.se

Der Chartermarkt ist ja in Europa ziemlich gut aufbereitet. Man kann über viele Agenturen für viele Reviere chartern. Hat bisher immer gut geklappt.

Leider gibt es nur eine sehr begrenzte Anzahl Schiffe für kleine Crews. Charterschiffe haben meist möglichst viele Kabinen und Badezimmer. Und die Schiffe werden immer größer, zur Zeit herrscht ein Boom bei großen Kats und Schiffen über 50 fuß. Dies gilt vor allem für das Mittelmeer und Überseegebiete. Wir segeln aber lieber zu zweit.

   
   
   
   

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