British Virgin Islands
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- Geschrieben von Veronika
Freunde von anderen Yachten hatten uns gewarnt, das die Virgins, wegen ihrer Einzigartigkeit und guten Vermarktung überlaufen seien. Wir konnten davon im Mai nichts feststellen. Gut, Mai ist auch schon Nachsaison, aber jeder Yachtie kann sich doch wohl die Zeit für den Besuch mancher Inseln selbst einteilen.
Wir hatten jedenfalls viel Freude auf unseren einsamen Ankerplätzen und Inseln, haben immer eine Tauchboje gefunden und haben die großen überfüllten Buchten mit den Charteryachten gemieden.
Wir genossen unser Robinson Dasein und entdeckten täglich Neues, Interessantes über und unter dem Wasser. An den Abenden entwickelten wir sogar unser eigenes Fernsehen. Wir haben es Fisch TV getauft.
Mit einer starken Lampe oder einem Hallogenspot von der Alchi hinter der Badeplattform ins Wasser geleuchtet, dauert es keine Minute bis sich die skurrilsten Nachtschwärmer im Lichtkegel zu erkennen gaben. Auch ein Schwarm Tarpune (ca. 1m große, silbrig glänzende Fische) war von unserer Lichtshow angezogen und hat sich mit dem Bauch nach oben immer wieder unter dem Lichtkegel durchtreiben lassen. Dieses Verhalten konnten wir uns auch nicht erklären.
Es ist jedenfalls beachtlich, wenn man die nächtliche Fülle vom Leben im Meer sieht, und die Arten die die Natur hervorgebracht hat, dass man sich unter Tags dann noch ins Wasser steigen traut. Am Tage kamen die Kreaturen leider nicht zu uns ans Schiff, so mussten wir eben zu ihnen ins Wasser.
Doch sind diese Nachtschwärmer am Tage gar nicht so leicht zu finden. So wie wir Menschen, die sich manchmal die ganze Nacht um die Ohren hauen, verkriechen sie sich unter Tags in Nischen und unter Felsen. Leiden die etwa auch unter einem Hang Over am nächsten Tag?
Der Ammenhai, im Bild, lies sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören. Die Languste ist immer auf der Hut. Mit dem Rücken in eine Felshöhle geklettert kann sie mit den langen Fühlern den Eingang zur Höhle gut überwachen.
Bei Gefahr zieht sie sich weiter in die Höhle zurück, auch wenn darin schon ein Seeigel haust, mit dem dicken Panzer ist sie sogar gegen die langen Stacheln gewappnet. Der Mensch hat die Languste als Delikatesse auf den Speiseplan gesetzt, daher ist er auch ihr größter Feind.
Ein interessantes Detail am Rande ist, dass früher Langusten und generell „Frutti di Mare“ als Sklavenfutter hier in der Neuen Welt galt.
Typischer Fall von „Was der Bauer net kennt, isst er net“. Irgendwie pervers, wenn man sich vorstellt, dass die erlauchten Plantagenbesitzer abgemagerte Kühe und Ziegen kauten, während die Sklaven Langusten, Kalamare und Oktupusse speisten.
Krabben, wie diese haarige Spinnenkrabbe sieht man eher selten, aber an Land tummeln sich Sandkrabben, Kokoskrabben und Konsorten. Die werden auch im Straßenverkauf für den Kochtopf angeboten.
Besonders faszinierend waren für uns auch die Schildkröten. Kein Tag, an dem wir nicht mindestens eine gesichtet hätten.
Meistens tauchten sie einige Meter neben der Alchi auf um nach Luft zu schnappen und wahrscheinlich auch um ihre Neugier über die fremden Wesen über Wasser etwas zu befrieden.


