fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch
   
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Viva Kuba!

Details

Vorsicht beim Haken entfernen!Wir melden uns beim Diensthabenden und er erklärt uns, dass wir dort wo wir ankern nicht bleiben könnten, weil er von seinem Wachturm nicht auf das Schiff sähe, er jedoch die Yacht unbedingt beobachten müsse, damit keine Fischer einbrechen würden (offizielles G’schichtl für „damit sich keine Kubaner an Bord zur illegalen Ausreise verstecken könnten“).

Wir erklären ihm, dass wir dort bleiben würden wo wir sind, da vor der Marina der Wind zu stark, der Schwell zu hoch und der Ankergrund zu schlecht wäre. Außerdem hätten wir die Yacht abgesperrt und die Alarmanlage aktiviert, die, wenn anschlägt, auf der ganzen Insel zu hören wäre (alles natürlich nicht ganz der Wahrheit entsprechend, ein Gegeng’schichtl halt).

Der freundliche Offizier denkt 2 Sekunden nach, stempelt die Dokumente und frägt uns, ob wir uns sein Pferd ansehen wollen (ein Pferd ist für die Kubaner ein sehr stolzer Besitz! Vor den venezolanischen Treibstofflieferungen durch Hugo Chavez, gab es kaum Treibstoffe auf Kuba (wegen Embargo) und die einzigen Fortbewegungsmittel waren Pferd und Fahrrad).

RegenbogenWir fachsimpeln (über Pferde!!) und scherzen ein wenig und verstehen uns prächtig. So können wir mit der „strengen“ kubanischen Autorität ganz gut leben. Leider bekommen wir aber auch dort keine Lebensmittel zu kaufen und der Bus in die Hauptstadt von Juventud fährt auch nicht (kein Sprit oder defekt? Egal, spielt letztendlich keine Rolle).

Wir machen uns alsdann mit der Alchi Richtung Hauptstadt Nuevo Gerona auf, ankern außerhalb der Flussmündung und fahren mit dem Dinghi in die Stadt. Melden uns beim ersten Checkpoint bei einer sehr netten Dame. Sie möchte allerdings nach Rücksprache mit dem Hafenkapitän, dass wir mit der Yacht in den Fluss kommen und am Dock anlegen. Allerdings müssten wir dann die normalen Hafenformalitäten erledigen und die würden uns gut 280 CUC (~ EUR) kosten (wie für ein Frachtschiff eben). Wir wollen aber nur Obst und Gemüse für ca. 3 EUR kaufen und daher ist eine „Parkgebühr“ von fast 300 nicht vertretbar.weiter geht's

Der Hafenkapitän (am Telefon) bleibt stur, die nette Offizierin, peinlich berührt, entschuldigt sich vielmals kopfschüttelnd. Auch wir verlassen kopfschüttelnd und unverrichteter Dinge (ohne Einkauf und Stempeln) den Checkpoint. Später erfahren wir von anderen behördlichen Stellen, dass der Hafenkapitän in Nuevo Gerona ein bisserl „loco“ (frei übersetzt „vertrottelt“) ist.

Wir verlassen Juventud Richtung Osten. Die Gegend hier (und damit meinen wir mehrere hunderte Quadratkilometer) ist sehr seicht (im Schnitt so zwischen 5m und 6m) und wird von den Kubanern Langunsten Dreieck genannt. Hier fischen die kubanischen Fischer jährlich tausende Tonnen Langusten (hauptsächlich für die eigene Tourismusindustrie und den Export nach Europa, eine der spärlichen Devisenquellen).

FischerBei Annäherung an den Pasa Rosario kommt auch schon ein Fischerboot auf uns zu und winkt uns mit Langusten. Wir stoppen, 2 Jungs rudern herüber und bringen 4 Langusten, die sie gern gegen Hochprozentiges tauschen würden.

Wir spendieren eine Flasche Wodka. Nach ein wenig smalltalk verraten wir, dass wir keine Pläne für den sonnigen Nachmittag hätten. Spontan laden uns die Fischer ein, mit ihnen Langusten fischen zu gehen. Zu dieser einzigartigen Gelegenheit sagen wir sofort JA!, lassen den Anker runterrasseln, packen unser Schnorchelzeug und setzen auf den Fischdampfer über.

Zum freudigen Willkommen wird der Blechnapf mit Wodka herumgereicht. „Un refresco“ (eine Erfrischung) preisen die Kubaner den Schnaps an. Für das Langusten fischen haben die Kubaner spezielle Methoden entwickelt.Langustenfang

Ein Mann steht im Ausguck, während das Boot einen geraden Kurs läuft und teilt der Crew die Lage der „Reusen“ mit, die dann Markierungsbojen an die Stellen wirft. Sind genug Bojen draußen, werden die Beiboote zu Wasser gelassen und je ein Ruderer mit einem Taucher macht sich auf den Weg zu den Markierungen. Ist die Reuse erreicht (meistens zwischen 3 und 8m tief), taucht der Fischer runter und inspiziert den Fang.in mehreren Meter Tiefe

Sind weniger als 5 Langusten darunter versteckt, hebt er den Deckel und fängt sie mit der Hand. Sind mehr Langusten vorhanden, baut er sein spezielles Netz wie einen Gartenzaun um die Reuse auf, hebt den Deckel und scheucht die schlaftrunkenen Viecher raus.

Diese wandern dann in alle Richtungen, bis zum Zaun, dann den Zaun entlang der sich zu einem Schlauch verjüngt.

wenn es mehr sind hilft das NetzDer ganze Knödel, erinnert an Antoine de Saint Exupery’s Schlange die einen Elefanten verschluckt hat, wandert bis zum Ende, das natürlich zugebunden ist.

Der Fischer ist in der Zwischenzeit ins Boot geklettert und holt sein Netz mit dem Fang ein, öffnet das untere Ende des Schlauches und entlässt alle Langusten in Plastikcontainer. Sind die Container voll, kehrt der Ruderer zum Mutterschiff zurück und gibt den Fang an den Capitan, der alles an Deck ausleert.

guter FangJetzt überprüft er jedes Tierchen. Ist es zu klein oder trägt es Eier, zurück ins Meer. Sogar die großen Weibchen werden wieder freigelassen, weil sie „Gebärmaschinen“ sind.

So sichern sich die Kubaner noch für hoffentlich Generationen ihre Langustenbestände und verfallen nicht dem schnellen Mammon.

Die kubanischen Fischer sind natürlich Beamte, Staatsbedienstete, die ihren fixen Lohn (umgerechnet 20 EUR) pro Monat bekommen und eine kleine Fangprämie pro Tonne Langusten. Zum Glück ist die nicht so ein großer Leistungsanreiz (Glück für die Langusten und Glück für uns), weil wir nach 2 Stunden das fischen beenden und uns der Fangfeier zuwenden können.

   
   
   
   

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