Panama Pazifikseite bis Costa Rica
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- Geschrieben von Johann Raith
Der nächste Stopp ist die Isla Medidor. Wir haben hier schon auf dem Weg nach Westen eine Nacht verbracht und so fühlen wir uns sicher. Aber das sollte sich als trügerisch erweisen!
Die Bucht liegt nach NW offen und von dort kommt nie Wind (so glaubt man) und so liegen wir, bei Südwind 5-10 Knoten, ablandig vor einem Fischerdorf das aber nur tagsüber bewohnt ist.
Die Wassertiefe nimmt zum Land hin rapide ab aber das soll ja kein Problem sein.
Um 22:00 Uhr werden wir unsanft geweckt! Schotter rieselt unter dem Schiff! Wir sind gestrandet! Neumond und bewölkter Himmel machen die Orientierung vorerst unmöglich. Aber wir erkennen schnell das der Wind nach NW gedreht hat und auf ca. 20 bis 25 Knoten zugenommen hat. So haben wir auch ca. 1m Welle in die Bucht stehen und das schiebt uns immer mehr an Land.
Wir schmeißen das Dinghy ins Wasser und versuchen unser Schiff damit frei zu schleppen aber bei diesen Wellen hat man Probleme im Dinghy zu bleiben und nicht zu kentern. Auch ein naiver Versuch mit Muskelkraft wird schnell wieder aufgegeben. Das Ausbringen eines 2. Ankers mit dem Dinghy bringt auch nicht den gewünschten Erfolg und schön langsam gehen uns die Ideen aus.
Dann versuchen wir, jedes Mal wenn eine Welle schiebt, die Ankerwinsch auf Spannung zu bringen und tatsächlich: langsam dreht sich der Bug in Richtung aus der Bucht. Der Anker hält und da die Tide wieder steigendes Wasser bringt gelingt es uns nach endlosen 1,5 Stunden unser Hab und Gut wieder im tiefen Wasser zu verankern.
Die Schadensbilanz am nächsten morgen fällt glücklicherweise relativ gering aus. Eine gebrochene Schraube am Steuerbordruder und natürlich ein paar Kratzer am Unterwasserschiff. Gaby’s Hiobsbotschaft: Wasser am Kücheboden stellt sich glücklicherweise als leck gewordener Schlauchbinder am Abwaschwasserhahn heraus!
Die Reparaturen führen wir, soweit möglich, in der Bahia Honda gleich um die Ecke aus. Domingo versorgt uns mit frischem Obst und dafür reparieren wir seinen Außenbordmotor. Wir werden auch gleich von den Einheimischen ins Dorf zur Besichtigung eingeladen.
Das Dorf und das Umland hat ca. 2.500 Einwohner und es gibt bis heute keine Straßenverbindung in die Region. Alle Güter werden noch mit Maultieren und Eseln von der ca. 50km entfernten Hauptstraße zu den Fischern gebracht. Entsprechend groß ist die Freude über ein paar Mitbringsel.
Aber die Zeit drängt schön langsam zurück nach Panama und wir machen uns mit Tagesschlägen weiter Richtung Osten auf. Als Knackpunkt, so hörten wir oft, zeigt sich das Kap „Punta Mala“. Hier wird von bis zu 4 Knoten Gegenstrom berichtet, was bei unserer möglichen Geschwindigkeit unter Maschine mit 4,5 Knoten kein erquicklicher Ausblick ist.
Wir beschließen kurz vor der kritischen Stelle zu ankern und auf die richtige Tide zu warten. Das erweist sich als gute Idee und wir kommen ohne Strom um die Ecke. Noch eine Nachtfahrt und wir sind wieder in Panama City.
Die Zahnbehandlung ist wenige Wochen später endgültig abgeschlossen und wir starten wieder unsere Einkaufstour: „Bunkern für den Pazifik“.
Die Zeit bis zur endgültigen Abreise verbringen wir wieder auf den lslas Perlas. Und zur angenehmen Überraschung sind diese Inseln jetzt, nach der Regenzeit, deutlich grüner und das Wasser hat Sichtweiten bis 20m, so dass wir auch zum Tauchen kommen.
Ende Jänner, so sagen die Pilot Charts. Ist der früheste Termin für eine Fahrt zu den Galapagos und diesmal kommt hoffentlich nichts dazwischen.
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