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Atolle über und unter Wasser

Details

Das passt hervorragend mit dem bevorstehenden Geburtstagsfest von Gaby zusammen, sodass wir gemeinsam mit Freunden ein Grillfest am Motu Totegegie feiern. Die gegrillte Brotfrucht erweist sich als Delikatesse. Einfach die ganze Brotfrucht ins Feuer werfen mehrmals wenden, und warten, bis sie außen glüht. Vorsichtig aufschneiden und genießen!

Die Klarheit des Wassers lässt uns stundenlang nicht aus dem Wasser und der Fischreichtum ist erstaunlich. Die Korallen sind ebenso Arten- wie Farbenreich. Wir schwimmen in einem riesigen Aquarium.

Nach einigen Wochen wollen wir weiter. Aus den über 80 Atollen der Tuamotus (davon nur knapp die Hälfte bewohnt) müssen wir auswählen wo wir einen Stopp einlegen wollen. Tuamotus heißt in der lokalen Sprache wörtlich übersetzt: „Wolke der Inseln“. Hier locken unter anderem klingende Namen wie Fakarava, Manihi und Rangiroa. Diese touristisch erschlossenen Atolle wollen wir meiden und wir entscheiden uns für 2 Extreme: Hao und Tahaneha. Hao ist eines der bewohnten Atolle und war in der Vergangenheit der Versorgungsstützpunkt für das inzwischen stillgelegte Atomforschungszentrum in Mururoa. Bis dato ist praktisch kein Tourismus etabliert. Tahanea ist unbewohnt und völlig naturbelassen.

Der einzige Pass nach Hao weist, laut Handbuch, Strömungen bis zu 20kn (ca. 35 Stundenkilometer) auf. So ist eine Ein- bzw. Ausfahrt nur während des Wechsels, dem so genannten Stillwasser möglich. Das Problem ist, dass sich der Zeitpunkt des Stillwassers nicht einfach Vorhersagen läst. So kreisen wir 2 Stunden vor dem Pass und sehen innerhalb des Passes die durch die einlaufende Strömung verursachten Wirbel und Wellen. Diese sind ca. 1,5m hoch! Im sonst ruhigen Wasser. Irgendwann versuchen wir es dann doch und werden mit ca. 4 kn Mitstrom ziemlich holprig ins Atoll befördert. Innen ist’s aber dann sofort ruhig und wir laufen die restlichen paar Meilen bis zum Ort unter Maschine.

Die ca. 1.500 Leute leben hier hauptsächlich von der Kopraproduktion. Ansonsten bietet Hao vor allem gute Versorgungsmöglichkeiten. Das Tauchen im Innenriff ist nicht so berauschend und der Pass ans Außenriff ist zu weit weg um mit dem Beiboot und der kompletten Tauchausrüstung erreicht zu werden. So warten wir auf guten Wind und machen uns auf Richtung Tahanea.

Bei perfektem Wind mit 12-15kn legen wir die 250 Seemeilen in wenigen als 48 Stunden zurück, obwohl wir die letzte Nacht schon bremsen, um nicht vor Tagesanbruch anzukommen. 

Die einfache Einfahrt – ca. 300m breit und gleich um die Ecke ein Ankerplatz wie aus dem Bilderbuch! Auf 6m Wassertiefe fällt der Anker in Sand. Schon nach wenigen Minuten bekommen wir Besuch von ein paar Schwarzspitzenriffhaien. Diese Haiart wird maximal ca. 1,5m groß und sind wie alle (hoffentlich wissen die Haie das auch) Riffhaie ungefährlich. Nach ersten zaghaften Schnorchelversuchen hat man sich aber weitgehend aneinander gewöhnt und akzeptiert.

Hier ist die Unterwasserwelt wirklich wie im Traum! Nach dem vorsichtigen Verankern des Dinghy’s auf 3-4m Wassertiefe gleiten wird den sanften Unterwasserhang in die Tiefe. Sichtweiten von 30m und mehr. Ein unvorstellbarer Artenreichtum an Korallen, Fischen und Weichtieren. Und das alles bei 28 Grad Wassertemperatur. Schon im Umkreis von wenigen Dutzend Metern ums Schiff finden wir Korallengärten, die mit Fischen in beachtlicher Größe bewohnt werden. Zackenbarsche, Napoleonfische und Stachelmakrelen, die zum Teil 1m Länge deutlich überschreiten und uns neugierig beobachten. Auch andere Haiarten wie Weißspitzenhaie und graue Riffhaie begegnen uns auf unseren Ausflügen in die Unterwasserwelt. Auch ein ca. 3m großer Manta Rochen findet den Weg an unserm Schiff vorbei. Elegant zieht er seine Bahnen.

Wir fahren mit dem Dinghy durch die Riffpassagen (hier gibt’s 3) und lassen uns mit der Strömung wieder ins Atoll treiben. Den Kopf schnorchelnder weise unter Wasser. Einfach großartig die vorbeiziehende Unterwasserwelt! Grüne Muränen mit bis 2m Länge schlängeln sich zwischen den verschiedenen Korallen. Und die Farbenpracht der zum Teil nur wenige Millimeter langen Fische erstaunt uns täglich auf neue.

Nach einigen Tagen sehen wir polynesische Fischer in das Atoll kommen. Da wir uns nicht sicher sind ob hier Ciguatera vorkommt fragen wir die Fischer, die müssen es ja wissen!

Ciguatera ist ein Gift das in Algen vorkommt und von den Fischen aufgenommen wird. Mantarochen am Ankerplatz!Für die Fische ist das ungefährlich aber das Gift sammelt sich im Fischkörper und wird in der Nahrungskette weitergegeben. Je räuberischer und größer der Fisch desto größer die Giftkonzentration. Und an der Spitze der Nahrungskette steht der Mensch ziemlich ratlos da. Ein vergifteter Fisch ist nicht erkennbar.

Die Fischer beruhigen uns – kein Ciguatera in Tahanea! Abends gibt’s gegrillten Fisch am Strand. Dazu Kokosnüsse zum trinken – frisch vom Baum. Das benötigte Grillholz findet man als Schwemmgut reichlich. Das ist Leben aus erster Hand.

Nach einer herrlichen Woche wollen wir mal ans Außenriff. Sobald die Strömung zum Pass nachlässt, verankern wir das Dinghy auf 8m Wassertiefe. Wieder vorsichtig, die Tauchermaske auf und den Kopf unter Wasser nach einem geeigneten Platz suchend um die Korallen nicht zu beschädigen und lassen uns dann ins Wasser gleiten. Hier draußen ist die Sicht noch um einiges besser. In 50m Entfernung kann man noch jedes Detail erkennen. Und unweit vom Abtauchen fällt der Meeresboden Steil ab. Wir sind am Außenrand des ehemaligen Vulkankraters der (lt. Karte) hier auf über 600m steil abfällt. An dieser Wand lassen wir uns bis auf 25m hinab treiben, umgeben von vielen neugierigen Fischen. Sogar Delfine sehen wir erstmals unter Wasser! Die einzig schreckhaften sind die Hai die offensichtlich schlecht sehen und dann plötzlich mit einem unbekannten, großen und nicht am Speiseplan stehenden Schwimmer konfrontiert sind. Sie verschwinden dann ebenso plötzlich wie sie aufgetaucht sind. Viele Fische sind so neugierig das man glaubt ein Haustier vor der Nase zu haben. Hier fehlt sichtlich die schlechte Erfahrung mit Menschen.

Wir bleiben fast 3 Wochen in diesem einsamen Paradies und dann bringt uns der frische Passat in 2 Tagen die fast 300 Meilen nach Tahiti.

Bisher ist der Südseetraum für uns wahr geworden. Selten wurden die oft zu hoch gesteckten Erwartungen an ein Reiseziel so restlos erfüllt wie in den Tuamotus. Wir sind gespannt was die Gesellschaftsinsel von Tahiti bis Bora Bora für uns bereithalten.

   
   
   
   

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