Venezuela, ins Land hinein Teil 1
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- Geschrieben von Herwig
Neben Klettern, Rafting und Paragliding wird unter anderem auch Canyoning angeboten. Was kann man sich darunter vorstellen?
Haben wir uns auch gefragt! Nun, es ist eigentlich sehr simple: Nimm eine handvoll Lebensmüder, klettere mit ihnen in eine Schlucht (=Canyon) mit Wildbach und „wandere“ mit ihnen im Bach die Schlucht hinab.
Ein sportliches Konzept, Ausrüstung wie Helm, Neoprenanzug, Klettergeschirr und Kletterseile werden beigestellt. Schon gesehen um 149.900.- Bs (29,90 EUR) bei Fanny Tours.
Wasserfälle werden entweder durch Sprünge oder rutschend überwunden, wenn etwas höher (unser höchster war 35m) werden Abseiltechniken aus dem Klettersport bevorzugt.
Das Wasser ist glasklar und äußerst erfrischend, die Tourguides immer zu scherzen aufgelegt.
Am Ende hat man einen Tag in der frischen Luft verbracht und ist auf sich stolz, mehrmals die eigene Angstschwelle überwunden zu haben.
Been there, done that, bought a T-Shirt! (weiße Tour)
Bei all den vielen Ablenkungen haben wir trotzdem nicht vergessen, 2 Geburtstage im August zu feiern. Interessanter Weise feiern die ansonsten sehr katholischen Venezolaner den 15. August (Maria Himmelfahrt) nicht und daher „durften“ wir an diesem Tag ganz normal in den Unterricht.
Für eine kleine Geburtstagsfeier mit Blumen Torte und Kerze haben wir uns in der Früh dennoch Zeit genommen (im Bild links die Mutter unserer Gastgeberin) Auch in der Schule haben uns die Lehrer mit Kuchen und Geschenken überrascht (v. rechts: Prof. Morelba, Purzelkind, Prof. Gabriela, Student aus Neuseeland).
Natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn sie haben uns zu diesem Anlass gleich das spanische „Zum Geburtstag viel Glück“ Lied beigebracht. Originalton: cumpleanos feliz!
Ein weiterer Tagesausflug führte uns mit unserer Vermieterin in den „Paramo“ (blaue Tour), so werden hier die Berge bezeichnet. Vergleichbar mit dem Zillertal, nur aber eben doch ganz anders.
Die Siedlungen in den Tälern reichen bis in eine Höhe von 3.600m und die „Bergbauern“ bewirtschaften das Land auch bis in diese Höhe. Interessanterweise haben wir hier neben Knoblauch und Kartoffeln auch Erdbeeren und Marillen zu Kauf angeboten bekommen. Die Landwirtschaft ist hier noch sehr archaisch, gepflügt wird mit den Ochsen und ein Pferd ist das wichtigste Fortbewegungsmittel.
Natürlich sind die Temperaturen hier oben etwas kühler, aber so übertreiben wie die venezolanischen Touristen mit Wollmütze, Handschuhe und Schal muss man nicht. Entsprechend der österreichischen Haute Couture sind auch hier noch T-Shirt und Flip Flops angesagt.
Besonders auffällig sind hier oben in den Dörfern die „gsunden roten Backerl“ der Kinder. Ein Phänomen das mit der dünnen sauerstoffarmen Luft einhergeht. Die Kids produzieren einfach viel mehr rote Blutkörperchen um den geringeren Sauerstoffgehalt der Luft zu kompensieren. Schaut gsund aus, das Bergvolk!


