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Kap Hoorn

Details
Staateninsel / 28.01. – 04.02.2003

Am 28. Jänner 2003 schälen sich im ersten Morgenlicht gespenstisch wild gezackte, teils schneebedeckte Berge aus dem Regenvorhang - die Staateninsel, letzte Auffaltung der Anden im Südatlantik. Jetzt sind wir wirklich am „fin del mundo“ angelangt, denn am Nordost-Zipfel der heute unbewohnten Insel steht tatsächlich der fast vergessene „Leuchtturm am Ende der Welt“ aus Jules Vernes gleichnamigen Roman. Auflandiger Wind und Seegang drücken uns durch die äußere Einfahrt von Puerto Hoppner. Schnell verliert sich der Schwell in dieser großen Bucht, an deren Ende kaum sichtbar ein bei Niedrigwasser nur 6m-7m breites Nadelöhr Zutritt zum völlig geschützten Ankerplatz gewährt. Mit angehaltenem Atem und fliegendem Puls schießen wir durch dieses haarsträubende, klippengespickte Wildwassertor. Aufgespannt wie eine Spinne liegen wir gemeinsam mit „Comodo“ zwischen einem Inselchen und dem Ufer. Sechs Landleinen, die an Krüppelbuchen vertäut sind, machen einen Anker überflüssig.Staateninsel

Über feuchte Moosteppiche und dichtes Gestrüpp erklimmen wir einen steilen Berghang und besteigen den Gipfel über unserem Ankerplatz. Unser Blick schweift über eine unberührte, naturbelassene Insellandschaft, über schroffe, unbestiegene Grate, Wasserfälle und Süßwasserteiche. Wäre da nicht das Meer am Horizont, könnte man glauben, unsere „Nomad“ schwebt auf einem Gebirgssee in den heimischen Alpen.
Eine Woche lang hält uns dieser magische Platz gefangen. Die Tage sind wie Balsam auf unserer Seele, wir erholen uns von den letzten Wochen und genießen es endlich einmal, keine Sorge ums Boot zu haben – dieser Ankerplatz ist absolut „schusssicher“. Mit unseren lieben Freunden Peter und Gisela verbringen wir viel schöne Zeit, oft laden wir uns gegenseitig zum Essen ein, hören Musik und plaudern bis spät in die Nacht.

Le Maire Strasse - Ushuaia / 04.02. - 12.02.2003

Mit Hilfe des Tidenkalenders planen wir minutiös unseren Aufbruch. Im letzten Tageslicht kreuzen wir gegen eine immer steiler werdende See um das Nordwestkap der Staateninsel. Steifer Nordwind und starker, mitlaufender Tidenstrom drücken uns in die berüchtigte Le Maire-Straße, die Meerenge zwischen der Staateninsel und Feuerland. Hier befindet sich einer der größten Schiffsfriedhöfe der Welt, denn bei Sturm gegen Strom stehen hier verheerende, bis zu 12m hohe, brechende Seen. In nur fünf Stunden haben wir die 40sm bis zum Cabo Buen Suceso geschafft, dann verlassen uns Wind und mitlaufender Strom, wir werfen die Maschine an und tuckern dem Beagle Kanal und einem fantastischen Sonnenaufgang entgegen. Den ganzen Tag motoren wir über eine völlig glatte See, in der sich die Berge Feuerlands spiegeln.

unterschiedliche WindverhältnisseUnser Anker fällt am Abend vor der Estancia Haberton, der ersten Schaffarm Feuerlands, 1886 vom englischen Missionar Thomas Bridges gegründet. Sein Wörterbuch Yamana – Englisch, welches 1933 in Österreich gedruckt wurde, ist ein wichtiges Dokument der heute ausgerotteten Ureinwohner Feuerlands.

Die 40sm bis Ushuaia kämpfen wir gegen 25kn – 30 kn Westwind. Wieder lernen wir etwas dazu: Bei Gegenwind im Beagle Kanal startet man im Morgengrauen und nicht zu Mittag, wenn es zu blasen beginnt. Schon von weitem erkennt man die in den letzten Jahren schnell gewachsene Stadt. Mit einigen anderen Charter- und Fahrtenyachten liegen wir längsseits im Yachtclub Afasyn. „Comodo“ haben wir leider am Weg „verloren“, ihre Maschine streikte, spät in der Nacht wird sie von „Auryn“, die gerade von Puerto Williams kommt, hereingeschleppt. In den nächsten Tagen bereiten wir uns und unser Schiff auf den Törn zum Kap Hoorn vor.

UshuaiaAus der einstigen Strafkolonie hat sich die „südlichste Stadt der Welt“ entwickelt. Ushuaia ist eine nette, lebhafte Kleinstadt mit vielen Touristen und Tor für die Kreuzfahrtschiffe zur Antarktis. Antarktis ist überhaupt das magische Wort.

Junge Rucksackreisende klappern die Yachten am Steg ab und fragen unbedarft, ob es vielleicht einen „ride“ in die Antarktis gibt. Wir schütteln über soviel Ahnungslosigkeit den Kopf. Besuchen zwei sehenswerte Museen: das Yamana-Museum sowie das Presidio, das ehemalige Gefängnis von Ushuaia mit interessanten Ausstellungen über die Antarktis und Alberto Agostini. Zwei gegensätzliche Denkmäler am Hafen geben uns zu denken. Das eine zeigt eine unscheinbare, kleine Büste von Vito Dumas, dem ersten argentinischen Weltumsegler (1942-1943).

Das andere ist eine riesige meterhohe Betonwand, die an den sinnlosen Falkland-Krieg erinnert. „Volveremos“ steht darunter, d.h. „Wir werden wieder kommen!“ „Tante Sara“ wird unser Lieblingscafe mit knusprig, warmen medialunas und herrlichem Capuccino. Unser steirischer Freund Gerald heuert am 10. Februar auf „Nomad“ an. Er hat uns nämlich den Floh ins Ohr gesetzt, hierher zu segeln, obwohl sein Schoner „LA NERA“ vor etwa 20 Jahren in Patagonien strandete.

   
   
   
   

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